Kerala Backwater Hausboot
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Kerala- Indien für Anfänger

Ganz im Süden von Indien liegt Kerala, auch bekannt als „God‘s own country“. Es ist ideal für alle jene, die noch nie in Indien waren und dennoch gerne eine Reise dorthin wagen wollen. Indien ist für fast alle Neuankömmlinge ein Kulturschock: laut, schmutzig, heiß, feucht, chaotisch, voll und unterentwickelt. Aber gleichzeitig auch unglaublich reich, bunt, schön, faszinierend und einladend. Auch wenn der Taj Mahal in Agra, der Palast der Winde in Jaipur oder der Ganges in Varanasi ganz oben auf der Liste deiner indischen Wunschziele steht, empfehle ich dir doch lieber im Süden in Kerala zu beginnen.


Kerala Indien


Kerala ist Indien für Anfänger.


Kerala Indien Trivandrum


Kerala ist reich

Die Provinz Kerala ist einer der reichsten Staaten in Indien und gleichzeitig verhältnismäßig gut organisiert. Die Menschen haben hier durchschnittlich einen höheren Bildungsstand als im übrigen Land und sie sprechen gut Englisch. Es gibt weniger Müll und die Infrastruktur ist besser als im Norden. Außerdem ist Kerala sehr abwechslungsreich: Du hast die bergigen West Ghats mit wunderbaren Teeplantagen und Seen, Nationalparks mit Elefanten und Tigern (wenn diese auch unsichtbar bleiben), palmengesäumte Sandstrände am indischen Ozean und nicht zuletzt das große Gebiet der Backwaters. So gewinnst du in relativ kurzer Zeit einen sehr guten Eindruck von der Vielfalt dieses gewaltigen und beeindruckenden Landes. Und solltest du Indien mit Kindern bereisen wollen, ist Kerala der optimale Einstieg.


Indien mit Kindern


Die Organisation der Reise

Alle Informationen zum Klima, Visumspflicht und der bester Reisezeit findest du auf der Seite des Kerala Tourist Board. Ich war mit meiner Familie im Oktober in Kerala, da war es sehr warm und feucht, aber es hat selten geregnet. Wir haben unsere individuelle Rundreise von Enchanting Travels organisieren lassen, was ich jedem uneingeschränkt empfehlen kann. Selten bin ich so professionell,unaufdringlich und gut beraten und begleitet worden, wie auf dieser Reise. Sicher kannst du Kerala auch eigenständig bereisen, aber Indien ist in dieser Hinsicht schon eine echte Herausforderung und bei einer Reise auf eigene Faust kann es schnell zu Frustrationen kommen. Alleinreisende Frauen sollten hier besonders vorsichtig sein, denn Indien gilt als eines der gefährlichsten Länder für Frauen, auch wenn das auf Kerala nur in Maßen zutrifft. Wenn du mit einer guten Agentur reist, kannst du das Land in vollen Zügen genießen.



 

Unsere Reise durch Kerala- 14 Tage staunen und wundern


Sunset Backwaters Kerala


 

1.Kochi

Unsere erste Station ist Kochi (früher Kochin), die Stadt am Vembanad See. Durch eine Flutkatastrophe im Jahr 1341 entstand der große Naturhafen, wodurch Kochi zu einer der wichtigsten Häfen für den Gewürzhandel mit China und dem Nahen Osten an der Westküste Indiens wurde. Wir kommen im schönen, kolonialen Old Habour Hotel unter. In dem ummauerten Garten und den kleinen Innenhöfen sind wir wunderbar abgeschirmt vom Hupen der Tuctucs und dem Geschrei der Marktleute. Auf der wild bewachsenen Terrasse neben dem Pool nehmen wir unser tropisches Frühstück aus Ananas, Papaya und Mango ein, während über uns in den Palmen exotische Vögel zwitschern.


 


Das koloniale Kochi-Fort Cochin

Wir brechen auf um das koloniale Fort Cochin zu entdecken. Direkt vor dem Hoteleingang folgen wir langen, schmalen Gassen mit Schneiderein, Kunsthandwerkern und anderen kleinen Läden des täglichen Bedarfs. Wir stoßen auf einen Schrottplatz mitten auf der Straße, der völlig mit Pflanzen überwuchert ist, geraten in eine christliche Hochzeit und werden mit Begeisterung eingeladen, am Fest teilzunehmen und gelangen schließlich zum Fischmarkt am Ufer des Sees. Wir bewundern die berühmten chinesischen Fischernetze, mit denen hier auf ganz traditionelle Weise noch heute gefischt wird. Besonders schön ist es dort zum Sonnenuntergang. Zwischen den Fischständen grasen Ziegen und picken Hühner und sogar ein Kätzchen sitzt zwischen dem frischen Fang, während über uns im Baum ein Streifenhörnchen tobt.


Fischernetze Kochi


Entlang des Ufers schlendern wir zum holländischen Friedhof und der Kirche St.Francis, wo einst Vasco da Gama begraben war, bevor man ihn nach Lissabon umbettete. Unser Rundgang endet am Passagierhafen, wo wir ein Ausflugsboot besteigen, daß uns über den Vembanad See fährt. Zu unserem Erstaunen, haben wir das große Boot ganz für uns alleine, wo sonst 40-50 Personen mitfahren! Wir schippern in den Sonnenuntergang und lassen die vielen bunten Eindrücke von „Colourful India“ auf uns wirken. Unseren Tag beschließen wir mit leckerem keralischem Curry im Restaurant des Brunton Boatyard Hotels.


 

Fischer Kochi Kerala
Chinesische Fischernetze Kerala Kochi
Vembanad See Schiffe Kerala Indien
Boote Kerala Vembanad See

Matancherry- das alte Judenviertel

Der kommende Tag führt uns ins Matancherry-Viertel, wo einst viele Juden lebten und das heute das bunte Geschäftsviertel von Kochi ist. Hier haben sich zahlreiche Antiquitäten- und Kunsthändler angesiedelt und wir bestaunen ein 1000-Mann-Einbaum-Boot, sowie ein ganzes antikes keralisches Holzhaus, welches zum Verkauf steht. Und überall duftet es nach den Gewürzen, die du hier an jeder Ecke erwerben kannst.

Extratipp

Wenn du auf der Suche nach Kunsthandwerk und maßgeschneiderter Kleidung bist, dann empfehle ich dir einen Besuch in der vietnamesischen Stadt Hoi An. Ein echtes Einkaufsparadies.


Mattancherry


Weiter geht unser Weg durch die Gassen des Judenviertels bis zur alten Paradesi Synagoge. Diese dient heute nur noch als Museum, da es in der Gemeinde nicht mehr genug Männer gibt, die es dem Rabbi erlauben würden, daß er die Tora lesen darf. Für die acht übrig gebliebenen alten Jüdinnen ist das nicht vorgesehen. Von dort geht es zu einem wenig spektakulären Jain-Tempel, wo jeden Mittag aber tausende Tauben gefüttert werden und das ist tatsächlich ein sehenswertes Schauspiel und gerade für die Kinder ein echtes Highlight.

Zum Abschluss besuchen wir den alten Mantancherry Palace. Die Wandmalereien in rot und gold stellen Szene aus dem Ramayana Epos dar und sind wirklich beeindruckend. Aber bevor wir zurück ins Old Habour Hotel gehen können, steht der Kauf eines Saris für unsere Tochter an! Ohne diesen können wir unmöglich heimkehren. So werden in einer kleinen Scheiderei ihre Masse genommen, der Stoff ausgesucht und zwei Stunden später der schöne Sari ins Hotel geliefert. Selten war ihr Strahlen schöner!


Kerala Indien

Tauben Kerala
Temepl in Mattancherry Kerala
Tauben
Kerala Cochi Blick auf den Fluss

Kathakali- Keralas traditionelle Kunst

Ein besonderes Erlebnis jeder Kerala-Reise ist der Besuch einer Kathakali-Tanz -Aufführung. Wir sind schon eine Stunde vor der eigentlichen Aufführung da und dürfen zusehen, wie die komplizierte Maske aus Papier und Farbe entsteht und einer der Schauspieler aufwendig geschminkt wird. Diese Kunst wird ausschließlich von Männern ausgeübt und die Ausbildung dauert acht Jahre! Während der Vorführung wird uns klar, warum das so anspruchsvoll ist, den die ganze hinduistische Geschichte wird ausschließlich durch komplizierte Handbewegungen und unglaubliche Gesichtsmimik mit Augenrollen und Münder verziehen dargestellt. Unterlegt wird das Ganze durch rasante Trommelrhythmen. Für uns Europäer erschließt sich der Inhalt nicht unbedingt, aber das spielt keine Rolle, denn es ist einfach faszinierend zu sehen. In Kochi gibt es ein eigenes Kathakali-Kulturzentrum dafür mit angeschlossenem Museum. Das solltest du auf keinen Fall verpassen.


Kathakali Kerala


 

2. Munnar

Am nächsten Tag verlassen wir Kochi früh und machen uns auf den Weg in die Berge nach Munnar. Obwohl die Strecke nur 125km ist, brauchen wir knapp 6 Stunden über hügelige Straßen und tiefe Täler. Unterwegs halten wir in Kodanad am Elefantentrainingscenter. Hier dürfen wir die vier verbliebenen Elefanten, die für Tempeldienste ausgebildet werden, zu ihrem morgendlichen Bad im Periyar-Fluss begleiten. Gerade für die Kinder ist es ein beeindruckendes Erlebnis die sanften Riesen erstmals in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen und zu berühren. Rückblickend muss ich allerdings gestehen, daß diese Einrichtung ziemlich trostlos war.


Kotnad Elephant Trainings Center
Elephant Training Center

Windermere Estate

Auf unserer weiteren Fahrt wird die Landschaft immer tropischer und später steiler und kurviger. Zusätzlich setzt starker Regen ein, der den Tropenwald in tiefe Nebelschwaden taucht. Schließlich endet unsere lange, etwas ermüdende Fahrt in Munnar, inmitten dunkelgrüner Teefeldern am Windermere Estate. Das kleine Guesthouse liegt gemütlich zwischen den Teesträuchern und belohnt einen mit phänomenalen Ausblicken, einem wunderschönen Garten und einer kleinen Bibliothek. Hier lernen wir das indisch Spiel Carrom kennen, was uns unterhaltsame Stunden beschert. Wegen des Regens fällt zeitweise immer wieder der Strom aus, was dem ganzen einen besonderen Charme verleiht und dem Komfort keinen Abbruch tut.


Windermere Estate


Winderemere Estate


Munnar und der Eravikulam Nationalparks

Die ehemalige Sommerfrische der britischen Kolonialherren Munnar liegt auf 1600Metern und hat ein angenehmes Klima. Hier oben erstrecken sich weite Teefelder und im Hintergrund erhebt sich der Anamundi, mit 2695Metern der höchste Berg Südindiens. Bevor wir das Dorf besuchen, fahren wir zum Eravikulam Nationalpark. Unterwegs begegnet uns eine Horde Makaken. Nach einer halsbrecherischen Fahrt mit dem Nationalparkbus- mehrfach hatte ich das Gefühl, mein letztes Stündchen hat geschlagen – erreichen wir die Bergstation Rajamala. Von hier aus geht es zu Fuß weiter und wir haben tatsächlich das Glück in einiger Entfernung die endemische Nilgiri Tahr“ , eine seltene Bergziege, zu sehen. Von hier oben haben wir einen tollen Blick auf die Westghats und die Teefelder und genießen die kurze Wanderung.


Eravikulam National PArk
Nirgil Thar

Tata-Tee-Museum

Da in Munnar Tee eine große Rolle spielt, darf der Besuch der Teefabrik mit Museum natürlich nicht fehlen. Wir sehen in den Hallen der Fabrik einen verkürzten Prozess der Teeherstellung und probieren am Ende den hier traditionellen Tee mit Kardamon und Milch, den Masala Chai. Nebenan ist eine kleine Behindertenwerkstatt, die ebenfalls von Tata, dem größten Arbeitgeber in Munnar, betrieben wird. Hier sehen wir, wie aus allen erdenklichen Materialien wie Karotten oder Elefantendung Papier hergestellt wird, was je nach Ausgangsmaterial in unterschiedlichen Farben erscheint. Die Jugendlichen die dort arbeiten stellen wunderschöne Notizbücher und Briefpapier her. Das lohnt sich wirklich als Mitbringsel.


tata Tea Museum


Munnar Dorf

Schließlich schlendern wir noch durch das kleine Bergdorf, schauen in den typischen Läden vorbei und erstehen auf dem Markt Blumenketten für die Kinder. Auf dem Rückweg wird unsere Tochter (8) von vielen Männern interessiert gemustert. Unser Führer Augustin klärt uns auf, das diese spezielle Blumenkette aus Ringelblumen eigentlich nur von Bräuten getragen werden und so machen wir uns einen Spass daraus, sie als Verlobte des Maharadschas zu titulieren!


Munnar

 

3.Kumarakon

Von den Bergen geht es zurück Richtung Küste und nach einer weiteren langen Fahrt (150km) erreichen wir das Dorf Kumarakon, am südlichen Ufer des Vembanad Sees und am Eingang zu den Backwaters. Es ist ein Paradies für Ornithologen, da hier zahlreiche Wasservögel brüten und Zugvögel rasten. Wir wohnen im schönen Coconut Lagoon Resort, daß wir per Boot erreichen. Die verstreuten Bungalows liegen zwischen kleinen Kanälen und Kühe grasen gemütlich vor den Zimmern, unzählige Schmetterlinge flattern über die exotischen Blumen und in den Bäumen naschen zwei große Flughunde (Indian Flying Fox) an den Früchten. Es ist ein wahrer Garten Eden und nach der langen Fahrt eine willkommene Erholung.


Coconut Lagoon Kumarakon Kerala IndienCoconut Lagoon Kumarakon

Kumarakon Coconut LAgoon
kerala Indien

Kerala Indien Coconut LAgoon Kumarakon


Von hier aus besuchen wir den Bird Sanctuary, unternehmen eine Kanu-Fahrt auf den vielen kleinen Nebenflüssen und lassen uns abends bei einem Sundowner über den Vembanad See schippern. Inzwischen kannst du auch einen Tag im responsible tourism village verbringen. Hier erfährst du aus erster Hand, wie die Menschen hier fischen, lernst auf Palmbäume zu klettern oder Schnaps aus Kokosnussblättern herstellen und vieles mehr. Schön ist auch zu sehen, daß großer Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit gelegt wird und der Sanfte Tourismus hier gefördert wird. Nicht unbedingt selbstverständlich in so einem Land. Wir hatten leider keine Zeit mehr dazu, aber es lohnt sich, mehr als zwei Nächte in Kumarakon zu bleiben.


kumaron coconut lagoon kerala indien


4. Hausbootfahrt auf den Backwaters

Endlich ist es so weit. Am nächsten Tag werden wir direkt am Coconut Lagoon Hotel mit einem Hausboot abgeholt. Wir lassen uns auf den Matratzen vorne am Bug nieder und werden gemächlich über den See und die Kanäle gefahren. Die Backwaters von Kerala bestehen aus mehr als fünf Seen und über 30 Flüssen und bilden eine Wasserstraßensystem, dass sich über 1500km2 erstreckt.


Backwater Kerala


Rechts und links am Ufer erleben wir das alltägliche Leben: Kinder kommen aus der Schule, Frauen waschen Wäsche, in den Reisfeldern setzen die Bauern neue Pflanzen und ein fahrender Händler bringt Ware auf seinem Fahrrad. Wir können uns gar nicht satt sehen an der tropischen Landschaft und dem ruhigen Leben an Land. Wir begegnen  anderen Hausbooten, winken fröhlich und lassen uns verzaubern von der einmaligen Atmosphäre. Unser Koch reicht uns ein leckeres Abendessen, während sich über den Kanälen die Nacht herab senkt. Eine kleine Fledermaus leistet uns beim anschließenden Spieleabend immer wieder Gesellschaft. Sanft schaukelt uns das vertäute Boot schließlich in der warmen Sommernacht in den Schlaf.


Kerala Backwater

Backwater Kerala Indien
BAckwater Kerala Indien
Backwater Kerala Indien
BAckwater Kerala Indien

Kerala Indien Backwater


Zum Sonnenaufgang macht das Boot los und gemütlich im Bett liegend, schauen wir aus dem Fenster, wie die tropische Landschaft an uns vorbei zieht. Etwas später ist die schöne Fahrt bereits vorbei und wir verlassen das Boot bei Allapuhza. Von dort fahren wir wieder ins Landesinnere nach Thekkady und dem Periyar Nationalpark.


Kerala Backwater Indien

Kerala Backwater
kerala Backwater

 

5. Thekkady und der Periyar Nationalpark

Die Fahrt führt uns wieder in die Höhe der West Ghats. Thekkady empfängt uns mit angenehmer, kühler Luft, beschaulichen Läden und netten Restaurants. Thekkady ist von all den Orten wo wir bisher waren der touristischste, was sich aber überhaupt nicht negativ auswirkt. Hier geht es sehr lebendig und bunt zu, an jeder Ecke wird Kunsthandwerk, Gewürze oder auch gebatikte Stoffe und T-Shirts angeboten, es gibt einige „organic cafés“ und Streetfoodläden.


Thekkady


Alles über Gewürze

Unser Ziel ist erst einmal einer der vielen Gewürzgärten, wo uns unser lokale Führer Nihil die ganze Bandbreite der heimischen Gewächse zeigt. Wir riechen an der Rinde des Zimtbaum, schälen eine Muskatnuss, zerkrümeln Nelken, pusten Seifenblasen aus der Seifenblasenblume und schnuppern an Ingwer, Kardamon und Kaffee. Obwohl wir fast alle diese Gewürze kennen, ist es doch eine interessante Erfahrung zu sehen, wie sie wachsen und wobei sie die Gesundheit unterstützen. Eine Essenz aus Muskatnuss mit heißem Wasser z.Bsp. hilfreich bei Pickeln. Nihil ist sehr kundig und geht sehr nett auf die Kinder ein, die diesen Besuch sehr genossen haben.


Thekkady


Ein Ritt auf den Elefanten

Weiter geht es zu Elephant Juction, eine der vielen Möglichkeiten in Thekkady auf Elefanten zu reiten. Auch wenn diese Einrichtungen generell fragwürdig sind, haben wir hier den Eindruck, daß die Tiere doch relativ artgerecht und gut gehalten werden. Wir haben diesen Programmpunkt den Kindern zu liebe aufgenommen und es war - trotz aller gerechtfertigten Bedenken- ein schönes Erlebnis auf den Dickhäutern durch die Kardamon-Plantage zu reiten.


Bessere Alternative

Für ein nachhaltigeres Erlebnis mit Elefanten würde ich aber das

Anantara Golden Triangle Elephant Camp in Thailand empfehlen.

Hier erzähle ich dir von meinen 10 schönsten persönlichen Tiererlebnissen.


Elephant Junction Kerala

Tierschutz vs. Tiererlebnis

Wenn du an Ereignissen oder Touren teilnimmst, bei den Tiere beteiligt sind, stellt sich immer die Frage: Ist das vertretbar und Artgerecht. Es ist deshalb wichtig, daß du dich vorab genau und aus unterschiedlichen Quellen informierst. Oft kannst du vor Ort schon an der Haltung der Tiere erkennen, wie der Tierschutz gehandhabt wird. Du musst abwägen, ob du das hautnahe Erlebnis mit Tieren mit deinen Werten und Vorstellungen von Tierschutz vereinbaren kannst. Es gibt sicher Veranstaltungen, die von vorne herein ein absolutes NO GO sind, aber es gibt auch durchaus Angebote, die einer Beurteilung stand halten. Und es gibt Angebote, durch die sogar Tierschutzprojekte erst möglich und finanzierbar sind. Die Antwort auf die Frage ist also nie leicht und gerade wenn du nachhaltig reisen willst, musst du deine Entscheidung ausreichend prüfen.


Spice Village Resort

Nach diesem erlebnisreichen Programm haben wir uns eine Pause verdient und verbringen den restlichen Tag in unserer Unterkunft Spice Village. Das Öko-Resort liegt in einem schattigen, exotischen Garten. Die kleinen Bungalows verteilen sich unauffällig dazwischen, überall duftet es nach Jasmin und exotischen Gewürzen, die Makaken schwingen sich durch die Bäume und kommen auch schon mal auf die Terrasse um sich eine Frucht zu stibitzen. Alle Mahlzeiten werden mit den Zutaten aus dem eigenen Bio-Garten zubereitet und die einheimische Bevölkerung wurde in den Betrieb integriert. Es ist ein wahrer Garten Eden und wir sind dankbar, daß wir hier zwei Nächte bleiben dürfen.


Spice Village Kerala Indien
Thekkady Spice Village kerala Indien

Der Periyar Nationalpark

Unsere Nacht war kurz, denn um 5:15 Uhr klingelt bereits der Wecker und im Dunkeln starten wir im offenen Jeep zur Fahrt in den Periyar Nationalpark. Am Eingang des Parks stauen sich schon die Jeeps und im Konvoi geht es weiter den Hügel hinauf. Inzwischen kämpft sich die Sonne durch den Morgennebel und taucht die Landschaft in ein mystisches Licht. Da der Wald sehr dicht ist und viele Fahrzeuge unterwegs sind, ist es schwierig Tiere zu sehen. Wir treffen auf einige Affenarten, einen erhabenen Sambahirsch und diverse Flughörnchen.


Periyar Nationalpark


Periyar Nationalpark Kerala
Kerala Periyar Nationalpark

Wanderung durch den Dschungel

Später gehen wir zu Fuß weiter, nachdem wir erst ein paar Stulpen gegen die Blutegel bekommen haben, die es hier zu Hauf gibt. Unser Guide geht nur mit Badelatschen, ihm scheinen die ekeligen Blutsauger nichts auszumachen. Die Wanderung durch den dichten Wald war sehr schön, auch wenn wir auf keine Tiere dabei gestoßen sind. Dafür haben wir viele Vögel und Schmetterlinge gesehen. Am besten du erwartest nicht zu viel von dieser „Safari“, sondern erfreust dich an der üppigen Natur, dann wirst du sicher nicht enttäuscht.



Nachmittags unternehmen wir noch eine Bootsfahrt auf dem Periyar–See um vom Ufer aus erneut auf die Pirsch zu gehen. Auch das ist eher eine Massenveranstaltung, da auf dem Boot 100 Menschen Platz finden. Aber wir sehen doch viel, vor allem Wasservögel und Kormorane, aber auch Sambahirsche, Wasserbüffel und Wildschweine und ganz weit weg auf einem Hügel Elefanten. Alles in allem waren es erlebnisreiche Tage in Thekkady. Es gibt auch Trekking Touren durch den Nationalpark (20-30km Wanderung, ganztags), die etwas abseits der Massen gehen. Das ist sicher interessanter. Wir konnten das aber wegen der Kinder nicht machen.

Für mehr Infos zum Thema Safari empfehle ich dir meinen Beitrag "Auf Safari-10 Tipps für dein perfektes Naturerlebnis"


Periyar National Park

Kerala Indien Periyar NAtionalpark
Periayard Nationalpark

 

6. Kovalam

Wir verlassen die Berge wieder und brechen ganz nach Süden auf zu unserer letzten Station Kovalam. Obwohl die Strände von Marari und Allepey näher liegen und bei Kerala-Reisen eher angesteuert werden, haben wir uns für den südlichen Ort Kovalam entschieden. Das bedeutet aber wieder eine lange Tagesfahrt. Nach knapp 6 Stunden Fahrt unterbrechen wir für einie Zeit in Keralas Hauptstadt Trivandrum.



Stippvisite in Trivandrum

Wir kommen dort mitten in der Rushhour an und unser Fahrer Vishnu schlängelt sich geschickt durch den wilden Verkehr. Auf zweispurigen Straßen fahren fast immer fünf Fahrzeuge nebeneinander und dazwischen quetschen sich noch Tuc-Tucs und Fahrräder. Aber jeder weiss, was er zu tun hat und so scheint das alles gut zu funktionieren. In Deutschland wäre es unvorstellbar! Wir halten am Napiermuseum und am alten Palast, aber am meisten beeindruckt uns der Sri Padmamanhaswany Tempel, eigentlich der erste richtige Tempel auf unserer Reise. Als Nicht-Hindus dürfen wir diesen nur von Außen besichtigen, aber da gerade die Sonne unter geht, ergibt das eine wunderbare Stimmung.


Trivandrum TempelKerala Trivandrum


Endstation The Raviz Kovalam

Am Ende dieses langen Reisetages erreichen wir bereits im Dunkeln unsere letzte Station auf der Kerala Reise, das the Raviz Kovalam. Es ist völlig anders als alle anderen Hotels die wir unterwegs besucht haben und so haben wir erst ein paar Anpassungsschwierigkeiten. Es ist kühler, moderner Luxus, der wenig mit Indien gemein zu haben scheint. Aber in den folgenden Tagen fühlen wir uns dennoch sehr wohl hier und genießen die entspannte Atmosphäre. Von der Terrasse hat man einen tollen Blick auf das Meer und der unten liegende Strand ist gemütlich und mit viel Lokalkolorit.



Das Dorf Kovalam

Vom Hotel ist es nicht weit ins Dorf. Wir wandern zur Verwunderung der Inder am Strand entlang. Sie sind es nicht gewohnt, daß Gäste des Luxushotels zu Fuss in die Stadt laufen und bieten uns immer wieder ein Tuc-Tuc an. Wir genießen aber den kurzen Weg und sehen den vielen indischen Familien zu, die hier am Abend baden. Die Frauen gehen vollkommen bekleidet ins Wasser. Fasziniert beobachten wir, wie fast 30 Fischer ein großes Netz einholen, nur um dann fest zu stellen, daß sie kaum etwas gefangen haben.


Kovalam Kerala
Kovalam Kerala

In Kovalam statten wir der German Bakery einen Besuch ab und genießen heimischen Apfelkuchen und Waffeln. Die Strandpromenade ist gesäumt von Restaurants, die frischen Fisch anbieten und kleinen Läden die Schmuck, Textilien und Kunsthandwerk anbieten. Auf der Straße mischt sich ein buntes Völkchen aus Einheimischen, Hippies, Touristen und Backpackern. Wir gehen bis ans Ende vom Strand und besteigen den Leuchtturm, von wo aus man einen tollen Blick über die Bucht, das Dorf und die weitere Küste hat. Sogar die große Moschee von Vizihay können wir von dort sehen.


Lighthouse Kovlama KeralaKerala Kovalam


Zurück nehmen wir doch ein Tuc-Tuc und haben viel Spaß, als das kleine Gefährt ganz schön kämpfen muss um uns vier den steilen Hang hoch zu fahren. Wir beenden unseren Urlaub mit Mocktails am Strand, denn heute ist „Dry Friday“, der Tag, wo in Indien kein Alkohol ausgeschenkt wird!



Hier habe ich dir nochmal einen Überblick über unser Reiseroute zusammen gestellt.Das war in 14 Tagen gut zu schaffen



Fazit zu unserer Keralareise

Wir hatten eine rundum gelungene Reise, mit vielen tollen Eindrücken und neuen Erfahrungen. Dank dem Enchanting Travel Team mussten wir uns in den 14 Tagen um gar nichts kümmern und konnten nur genießen. Das abwechslungsreiche Kerala hat uns immer wieder überrascht und beeindruckt. Jeder einzelne Ort strahlt etwas besonderes aus und die unterschiedliche Mischung lässt keine Langeweile aufkommen. Was ich ein bisschen vermisst habe, sind die tollen Bauwerke, wie ich sie aus Nordindien kenne, aber dafür hat uns die Natur reichlich entschädigt. Es ist in jedem Fall ein lohnendes Ziel und dank der Offenheit und Freundlichkeit der Menschen dort der ideale Einstieg in den großen Subkontinent mit den vielen Völkern und Kulturen.



Ich hoffe, du konntest einen kleinen Eindruck vom vielseitigen Kerala bekommen und eine Idee, was du in „God‘s own country“ erleben kannst. Wie immer ist es nur eine geringe Auswahl der riesigen Möglichkeiten, die du dort wahrnehmen kannst.

Wenn du Lust auf andere Entdeckungen in Asien hast, findest du vielleicht Interesse an meinem Beitrag über Vietnams pulsierende Hauptstadt Hanoi oder magst mal einen Blick auf unsere Rundreise durch Thailand werfen. Lass dich gerne anregen.


BAckwaters Kerala Indien

Hinweis:

Unbezahlte Werbung da Orts- und Namensnennung. Unsere Reise war eine Privatreise

Alle Empfehlungen basieren auf meinen persönlichen Erfahrungen.

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14 Kommentare

  • Laura

    Liebe Christiane,
    Ich finde es super, dass ihr die Reise mit den Kindern gemacht habt und ihnen die Welt zeigt. Das war bestimmt ein spannendes Erlebnis für sie, von dem sie noch lange zehren werden. Schön, dass ihr euch um nichts kümmern musstet. Die Route sieht für 14 Tage irgendwie echt „voll“ aus, aber dein Reisebericht klingt sehr entspannt.
    Ich bin auch mal in Indien auf einem Elefanten gesessen und habe mich dabei eher unwohl gefühlt, obwohl (oder gerade weil) die Tiere schon immer meine Lieblingstiere sind. Ich finde es wichtig, dass du die Hinweise zum Tierschutz mit eingebaut hast.
    Indien ist sehr vielfältig. (Ich finde aber zum Beispiel auch Deutschland sehr vielfältig, wenn man mal genauer hinguckt.) Das Kerala mit seinen Luxushotels und ohne die „typischen“ Bauwerke gehört also genauso dazu und ist ebenso „authentisch“ wie der Norden oder jeder andere Teil des Landes auch.
    Herzliche Grüße aus Kenia und danke, dass du uns diesen schönen Einblick beschert hast.
    Laura.

    • Christiane

      Danke Laura für deinen lieben Kommentar. Authentisch ist ja ein oft strapaziertes Wort und manchmal weiss man gar nicht, was eigentlich authentisch ist. Eine durchorganisierte „Luxusreise“ wie unsere durch Indien lässt sich sicher schwer mit authentischen Eindrücken in Verbindung bringen, aber tatsächlich habe ich es so empfunden. LG Christiane

  • Michael Bussmann

    Liebe Christiane, spannender Artikel. Wir waren vor einigen Jahren auch in Kerala, waren allerdings mit dem Rucksack unterwegs, Start in Trivandrum, Ende in Bombay. Kochi war unser persönliches Highlight, was für eine tolle Stadt, damals war auch gerade Biennale, ein echtes Kunstspektakel. Die Backwaters haben wir leider nur bei einer eintägigen Fährfahrt von Kollam nach Kochi erlebt, mit dem Hausboot ist das sicher noch eindrücklicher. Kovalam allerdings fanden wir fürchterlich, völlig zugebaut und überlaufen. Viele Grüße, Michael und Gabi

    • Christiane

      Lieber Michael, die Eindrücke eines Rucksackreisenden im Vergleich zu einer organisierten Luxusreise können ja kaum unterschiedlicher sein😊. Gut, dass jeder seine eigenen Erfahrungen und Erlebnisse mach kann, so entstehen vielfältige Geschichten und Erinnerungen. Danke für deine Eindrücke. LG Christiane

  • Mandy

    Ach, wie gerne würde ich jetzt mit einem Kanu über den Vembanad See paddeln.
    Danke für den spannenden Reisebericht, liebe Christiane.
    In Indien waren wir bisher noch nicht, Kerala scheint ein guter Einstieg für unsere erste Reise nach Indien zu sein. Deine Fotos vermitteln einen tollen Einblick in die grüne Region. Danke schön!
    Liebe Grüße
    Mandy

    • Christiane

      Entschuldige die späte Antwort, ist mir irgendwie durch gegangen. Paddeln über den Venbanadasee ist eine super Idee, aber das Haus Boot ist natürlich die luxuriösere Variante? LG Christiane

  • Helga And Heini On Tour

    Sehr schöner ausführlicher Bericht. Ich konnte mich bisher ja noch nicht so für Indien erwärmen. Das hat sich jetzt zumnidest ein wenig geändert. und Einsteiger Region für Indien ist da wohl für mich auch genau das richtige 😉
    Liebe Grüße
    Oliver aka Heini

    • Blick2

      Hallo Oliver, oder soll ich Heini sagen :-),
      freut mich, daß ich dich etwas inspirieren konnte. Ich hoffe, du wagst den Schritt auf den großen und so vielfältigen Subkontinent. Indien hat wirklich so viel zu bieten, auch wenn es so seine Tücken hat beim Reisen. Es lohnt sich auf alle Fälle, wenn man bereit ist offen für neue Eindrücke zu sein. LG Christiane.
      PS. Lass mich gerne wissen wie es war, wenn du tatsächlich dort gewesen bist.

  • Oli

    Hallo Christiane,

    Kerala ist eine wundervolle Gegend, die sich speziell für Indien-Einstieger gut eignet. Da stimme ich dir vollkommen zu. Ich würde Kerala aber jetzt nicht so gegen Rajasthan ausspielen wollen, wie du es hier in der Einleitung tust.

    Ich finde, dass beide Regionen unglaublich viel zu bieten haben und (für indische Verhältnisse) auch recht leicht zu bereisen sind – übrigens auch ganz gut auf eigene Faust. Kerala ist bei der Natur etwas stärker, Rajasthan hat etwas mehr kulturelle Sehenswürdigkeiten. Da muss man sich halt überlegen, was einen mehr reizt.

    Ich würde persönlich eher Rajasthan empfehlen, weil es mit den ganzen Palästen etwas typisch Indisches hat, das man sonst nirgendwo findet. Aber eben: Das muss natürlich jeder für sich selbst wissen…

    Gruss,
    Oli

    • Blick2

      Hallo Oli, ich will die beiden Regionen gar nicht gegeneinander ausspielen, im Gegenteil, beide sind wunderschön. Ich kenne auch beide. Allerdings stand ja hier im Vordergrund auch die Reise mit den Kindern und vor allem auch die weiten Entfernungen für eine kurze Reise. Wir waren nur 12 Tage vor Ort. Für Rajasthan benötigst du allein auf Grund der Vielzahl an sehenswerten Orten und Monumente ja einfach mehr Zeit. Ich hoffe aber, daß diejenigen, die den Einstieg in Kerala finden dann zurück kommen und mit dem Indien-Virus befallen sind. Ich bin da ganz bei dir. Rajasthan ist da schon sehr besonders und typisch. Bei mir stehen aber jetzt erst mal noch die Nationalparks auf dem Programm in der Hoffnung einen Tiger zu sehen. LG Christiane

  • Cornelia

    Mit Begeisterung habe ich deinen Bericht gelesen, da kommen die Erinnerungen an eine schöne Reise wieder zurück. Genau so habe ich Indien auch in Erinnerung: „laut, schmutzig, heiß, feucht, chaotisch, …“ Kerala war die erste Station unserer Reise, das war tatsächlich noch ein wenig ruhiger und entspannter als später in Mumbai, Delhi und Agra.

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